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Klimaquartier Kronberg
Kronberg im Taunus
Wo heute noch versiegelte Flächen den Stadteingang am Bahnhof Kronberg prägen, entsteht zukünftig ein neues Quartier, das den Landschaftsraum wieder zum Ausgangspunkt der Planung macht. Zwischen Bahngleisen, gewachsenen Baumgruppen und dem künftig renaturierten Winkelbach entwickelt sich eine autofreie Nachbarschaft, die den Übergang zwischen Stadt und Natur neu interpretiert.
Sechs Wohnhäuser und ein Mobility Hub schmiegen sich in die ansteigende Topografie und reagieren mit ihrer kleinteiligen Setzung auf die Maßstäblichkeit der umgebenden Bebauung. Statt eines großen Baukörpers lassen wir ein Ensemble entstehen, das den dörflichen Charakter Kronbergs aufnimmt und selbstverständlich weiterführt.
Projektdaten
| Projekttyp | Wettbewerb, Quartiersentwicklung, Wohnen |
| Ort | Kronberg im Taunus |
| Auslober | Magistrat der Stadt Kronberg im Taunus, Fachreferat Stadtplanung |
| Leistung | Nichtoffener Realisierungswettbewerb |
| Status | Abgeschlossen |
| Zusammenarbeit | GDLA Landschaftsarchitektur |
| Visualisierung | luminousfields |


Die Topografie wird dabei nicht überwunden, sondern zum Entwurfsprinzip. Versetzte Gebäude, schmale Wege und unterschiedlich gefasste Freiräume lassen ein Quartier entstehen, das sich beim Durchqueren immer wieder neu öffnet.
Entlang der Bahntrasse begleitet ein Fuß- und Radweg den offengelegten Verlauf des Winkelbachs bis zum sich in der Nähe befindenden Victoriapark. Kleine Plätze, Spielbereiche und gemeinschaftlich nutzbare Räume liegen wie selbstverständlich an diesem Weg und machen ihn zur sozialen Mitte des Quartiers. Ein Café am Wasser lädt nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner ein, sondern öffnet das neue Quartier auch in die Nachbarschaft.
Die Häuser folgen einem einfachen konstruktiven Prinzip. Wiederkehrende Grundrisse und identische Gebäudetypologien ermöglichen eine serielle Bauweise. Lehm, Holz und Hanf bilden die Grundlage einer ressourcenschonenden Konstruktion. Tragende Wände aus Lehmziegeln, Holzständerwände mit Lehmbauplatten und Hanfdämmung sowie eine karbonisierte Holzfassade verbinden ökologische Anforderungen mit einer langlebigen und atmosphärischen Materialität. Die Architektur bleibt dabei bewusst zurückhaltend und überlässt der Materialität, dem Licht und der Einbindung in die Landschaft die Hauptrolle.
Über den Dächern setzt sich diese Idee fort. Begrünte Terrassen und gemeinschaftlich nutzbare Dachgärten erweitern den Freiraum um eine weitere Ebene. Zwischen Pflanzinseln und Sitzgelegenheiten öffnen sich Ausblicke in die Kronberger Höhenlandschaft; zurückgesetzte Aufenthaltsbereiche schaffen zugleich Distanz zu den darunterliegenden Wohnungen und lassen den Dachrand als bepflanzten Übergang erscheinen.


Der Freiraum versteht sich nicht als Ergänzung der Architektur, sondern als gleichwertiger Bestandteil des Quartiers. Entsiegelte Flächen, der renaturierte Winkelbach, bestehende und neu gepflanzte Bäume sowie Bereiche kontrollierter Sukzession bilden ein zusammenhängendes ökologisches Gefüge. Regenwasser kann versickern, Lebensräume entstehen neu und das Mikroklima verbessert sich spürbar.
So wächst mit unserem Entwurf am Bahnhof Kronberg nicht nur ein neues Wohnquartier, sondern ein Ort, an dem Landschaft, Gemeinschaft und Architektur untrennbar miteinander verbunden sind.
